Gott und sein Name

„Non nobis, Domine, non nobis,
sed nomini tuo da gloriam.“

Auf Deutsch übersetzt heißt es:
„Nicht uns, o Herr, bringt zu Ehren,
sondern deinen Namen.“  Ps 115, 1

Es geht um Gott und seinen Namen. Dieser Satz wird durch den Psalmdichter in einer Situation zur Sprache gebracht, in der Israel nach langer Gefangenschaft aus Ägypten auszog. Der Psalmist lobt Gott und seinen Namen für seine großartigen Taten, für seine großartige Unterstützung und Hilfe, die er in der Bedrängnis seinem Volke in Ägypten zukommen ließ. Den Namen Gottes zu ehren, seine Größe und Herrlichkeit zu preisen, ist die Aufgabe des Volkes.
Gott hat einen Namen. Am Anfang der biblischen Beziehung zwischen Gott und Mensch fragt Mose: „Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen:  Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Dann werden sie mich fragen: Wie heißt er?“ Da sprach Gott zu Mose: "Ich bin der ‚Ich-bin-da.‘“ /Gen 3,13-14/. Gott hat einen Namen. Der Name besagt, dass er ist, und dass er da ist für die Menschen. Seinen Namen zu heiligen und zu ehren ist die Pflicht der gottesfürchtigen Menschen. Das ist auch der Grund, warum die Menschen im Alten Testament den Namen Gottes nur mit Ehrfurcht ausgesprochen haben.
Jüngerinnen und Jünger Jesus ehren den Namen Gottes. Wir Christen beten jeden Tag das Gebet, das uns Jesus Christus gelehrt hat, das Vater unser. Im Vater unser lehrt Jesus seine Jünger, kurz zu beten. Die erste Bitte ist: Geheiligt werde dein Name.
Jede und jeder von uns trägt einen Namen. Unser Name unterscheidet uns von anderen Menschen. Wenn wir zum ersten Mal jemandem begegnen, fragen wir nach seinem Namen. Wenn wir uns anderen Menschen vorstellen, sagen wir zuerst unseren Namen. Der Name sagt viel über meine Person. Mit unserem Namen unterschreiben wir Briefe und Überweisungen. Mit unserem Namen übertragen wir sogar die Vollmacht über unsere Geschäfte an die anderen. Wir sind traurig, wenn andere unseren Namen lächerlich machen und wir freuen uns, wenn unser Name geehrt wird. Unser Name und unser guter Ruf sind uns wichtig.
Unser Name ist eine Spur in der Gesellschaft und in der Welt. Auch Gott hat seine Spuren, seinen Namen in unserer Welt hinterlassen. „Geheiligt werde dein Name“ heißt auch, die Spuren Gottes in allen Menschen und in der wunderbaren Vielfälligkeit der Natur zu entdecken.
Die Jahreszeit, die uns bevorsteht, eignet sich besonders gut dazu. In den Ferien sind unsere Horizonte durch ferne Reisen und Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen inspiriert. Nutzen wir die vielen Möglichkeiten, die Spuren Gottes in der Welt zu entdecken. In wünsche Ihnen viel Spaß dabei und schöne Ferien.

Pfarrer Antoni Druzkowski